04 — 2009—

Critical Poetry

Language as material. Poems operating at the intersection of personal testimony and social critique — published and performed.

Manuscript pages with handwritten text in dim desk lamp light, dark wooden surface, shadows falling across paper

Language as Resistance

Critical Poetry is the written dimension of Jan Richter's practice — a body of work that treats language not as decoration but as raw material. Each poem is constructed with the same precision and emotional charge that defines his visual work.

The poems operate at the intersection of personal testimony and social critique, drawing from lived experience, cultural observation, and psychological depth. They have been published in literary journals and performed at cultural events across Europe.

Since 2009, this practice has grown alongside the visual disciplines — informing and being informed by the same aesthetic sensibility that runs through all of Richter's work.

Medium

Written poetry, spoken word, published text

Active Since

2009 — ongoing

Published & Performed

Literary journals, cultural events, live readings across Europe

L Ü S T E R N E K L A G E S C H R I F T

Die Mauern dieser Menschen
im Tiegel ihrer Welt
sind weit und breit
für uns
zu seh'n.
Wir die Augen schließen,
wenn der Zucker dieser Zeit
in Form von Ärschen, Bäuchen, Brüsten
uns durch Instagram
in dieser Tage
zu entzücken Lüsten.
Die Befriedigung, Wollust und Begierd´
in kostenloser
der Extase naher Form
Gibt mir zu bedenken.
Fuck it.
Doch die Mauern dieser Welt
sind länger, höher, breiter, härter
als wir es zu erahnen mögen.
Ein Stetig Laster unserer Zeit
gibt Mahnung breit und weit.
Der Nacken nicht mehr klar, sodass der Koitus
in seiner Form,
nicht mehr ausführbar.
Da Nackenstarr!
Die Hände ganz trocken,
die Finger ganz steif
zum Petting nutzt
zum Onanieren nicht reicht
Fuck it.
Tun Sie so offen,
doch prüder als je zuvor.
Wollen nicht akzeptieren,
dass es gibt auch andre´ Menschen.
Ohne Nackenstarr.
Fuck it.
Zu kompensieren versuchen diese Menschen ja,
durch zeigen Ihrer Güter klar!
Das Leben so schön sein soll
in der Blase ihrer Welt,
wo Sie mit Ärschen, Bäuchen, Brüsten
uns
zu entzücken Lüsten.
Drum
onaniereblase
ficke
lutsche
Bis der Saft deiner verfickten Welt
so reich und voller Geschmack
das kompensieren kann,
was Instagram und all die andren
dir ersuchen zu geben versuchen.
Fuck it
Fick dich raus aus dieser Welt.
lebe
als gebe es kein zweites Leben.
Insta und all die andren Konsorten
verschwenden Zeit
Zeit
die du nicht hast.
Fuck it & Peace out

V O L L E N D U N G

Das Leben
nach dem wir streben
wird es nicht geben
denn streben
ist nicht Vollendung
in jenem Leben
Die Begegnung
in unserem Sein
Der Moment
ein kleines Fragment
der Augenblick
zu leben
zu erleben
ist die Vollendung
jenes Lebens
lebe
Leben

L E I D E N S C H A F T

Wenn du
eine Passion
in deiner selbst
das Feuer
in dir lodert
die Leidenschaft
jenem Rhythmus
ihrem Takte
vorzugeben weiß
Dann lass mich diesem Scheiß
mehr Feuer geben
lass mich deinem Zunder
ein Funke
oder Streichholz sein
Lass mich dir
so wie du mir
eine Muse
und auch Quelle
dieses Lebens
und Genusses sein
Lass uns Genießen und draus sprießen
einander beflügeln und auch prügeln
natürlich nur mit Worten kämpfen
Der Kunst
der Lyrik
und der Sehnsucht
Einzug in unser Leben geben
um sich gemeinsam
zu beflügeln
und zu laben
an diesem Rhythmus
unserer Zeit
Diskutieren mit Verstand
Leben
gemeinsam
aus der Hand
inspirieren
und genieren

S I N D W I R • B I S T D U

Sind wir die Sonne
oder Mond?
Dort wo es sich zu träumen lohnt.
Sind wir flüssig oder fest
Treibholz
und dabei durchnässt?
Sind wir das Sein
oder doch nur'n Reim?
Sind wir • wir selbst
in dieser Zeit
und ein Leben lang dafür bereit?
Ein Leben träumen
und einräumen.
Ein Leben lang
in diesem Bann.
Bist du die Sonne
oder Mond?
Nach der es sich zu streben lohnt?

M E I N E M U S E

Willst du meine Muse sein?
Dann geb ich dir n' Reim
Voll vom Sein
Und ohne Schein
Diesem Leben nahe
Projiziere und bewahre
Essen und trinken
Geht auf mich
- nur für dich-
Hitze
schlägt sich auf's Gemüt
Du lässt locker
Fällst fasst
vom Hocker
Beim Geschmack
der Süße
unserer Zeit
Die Sonne
brennt sich in die Iris
Und bräunt dein Körper
so wunderschön
Dass ich nach frön
Das Salz
auf deiner Haut
Der Schweiß
in deiner Angesicht
Macht mich schlicht
Zum Diener
deiner Sicht.
Deine Augen glänzen
Und lass mich ergänzen
Was in dieser Zeit dir fehlt
Rhythmen werd ich geben
Und dich erheben
Auf die Stufe deines Glücks
Entzückt, verrückt vor Leben strotzen.
und wenn
das Leben uns umgibt
und ich mich völlig in den Sinn verlieb
dann weiß ich du bist mein
Willst du meine Muse sein?
Mach dich locker
und bleib ganz fein
Denn das Leben
soll so sein
Für immer
und für ewig mein
-und dein

S P I C E S

Wir sind immer auf der Suche
nach dem Menschen
dieser Muse
welche nur
im Ideale unseres Wesens
dem Leben mit streben
manchmal nichts drauf geben
einfach hier und ganz
unverblümt wie Gretel und Hans
dieser klebrigen Versuchung
nach Wirtschaft, Gier und Glanz
den Stempel aufzusetzen und einen eigenen Traum
nach unserem Leben
unserem Raum
selbst aufzubau'n und drauf zu schau'n
das wir unser Baby
unseren Traum
diesen neuen Raum
den wir erschaffen haben
ganz nach Adam Riese
mit ner kleinen Prise
Chili, Milch und Honig
∞'ne Erfüllung
für uns war

D E R T E U F E L K L O P F T A N U N S E R E T Ü R E

Diese Jahre
gehen ins Land
wohl behütet
und ganz sanft
Erzählen
uns diese Jahre doch
eine Anleitung
um aus unsr'm Loch
hinauszusteigen
und auch noch
wie wir das Böse
in uns binden
und dann
ein schönes Leben finden
Aber diese Jahre
gehen am Ende
nicht ohne Furchen
oder Kerben
einem Riesen / einem Berg
großen Haufen Scherben / gemacht aus Scherben
an uns vorbei
als wär´s nur Brei
unbedeutend
fast
wie einerlei
Nein
in diesen
vielen Jahren
klopft der Teufel
an unsere Türe
verführt uns
manchmal
ohne Mühe
testet uns
wie weit
er gehen
und wann
er stehen muss
um uns
zu fangen
Doch wenn wir`s schaffen
in diesen Jahren
trotz hin und wieder
schwarz und weiß
diesen Scheiß
das Göttliche
in uns zu sehen
wird der Teufel stehen
und
fortan
nicht mehr weitergehen
Erzählen uns
diese Jahre doch
eine Anleitung
um aus unserem Loch
hinauszusteigen
und auch noch
wie wir das Böse
in uns binden
und dann
das göttliche
in uns finden
Wenn der Teufel
an die Türe klopft
lass ihn rein
in dein
wunderschönes goldenes heim
Gib ihm Zucker
gib ihm Wein
denn
Er
wird die Erlösung sein
Er
wird uns zeigen
das Böse zu binden
und dann
das göttliche
in uns zu finden
Aber
Für welchen Gott
entscheidest dich?
Wer wirst du sein?
Wenn nur du
Gott
allein